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GWB Ü32 ist Kreismeister

GWB Ü32 ist Kreismeister

26. Mai 2026

GWB Ü32 gewinnt die Kreismeisterschaft im Derby gegen den Pulheimer SC

Der Bericht, direkt vom Spielfeldrand - Christian Kayser (Spieler und hautnaher Live-Berichterstatter der GWB Ü32):

Es war angerichtet: Montagabend, 20 Uhr, bei bestem Fußballwetter. Eine Ü32‑Kreismeisterschaft mit einem stadtinternen Derby. Im Finale sollte es zum Showdown zwischen ehemaligen Altmeistern kommen. Im Abtei‑Sportpark begrüßte GWB den mittlerweile zum Angstgegner mutierten SC Pulheim. Abgerundet wurde die Fußballromantik durch ordentlich besuchte Ränge und das für den Abpfiff schon kaltgestellte Bier. Fußballherz, was willst du mehr? Die nahezu vollzählige Brauweiler Mannschaft konnte sich auf den ein oder anderen Alt‑Star in ihren Reihen verlassen. Coach Falk Sturm musste sich verletzungsbedingt auf seinen Job neben dem Platz konzentrieren. Auf dem Platz angeführt wurde GWB von Kapitän und Landesliga‑Legende Dennis Sarp in den ungewöhnlichen Alternativ‑Jerseys in Himmelblau. Neben Stürmer Sarp starteten Kühlborn im Tor, Kazanci und Schwepper defensiv, Zeller und Roggen im Mittelfeld. Der Gast aus Pulheim, ganz in Weiß, begann mit Vossel, Oymak, Güngören, Kahlhoff, Aksoy und Deventer.

Das Spiel startete von beiden Seiten eher kontrolliert, beide Mannschaften darauf bedacht, nicht mit einem Fehler ins Spiel zu starten und mit einer stabilen Defensive Konter zu fahren. Passend dazu fiel das erste Tor durch einen langen Ball über die Brauweiler Abwehr. Kazanci bekommt akrobatisch gerade noch so im Kung‑Fu‑Style die Zehenspitzen an den langen Ball. Das reichte nicht, um dem durchlaufenden Pulheimer die Torchance zu vereiteln. Goalie Kühlborn hätte ohne die tiefstehende Abendsonne sicherlich ein Kommando gegeben. Aber so schloss der Pulheimer Kazancis unfreiwillige Verlängerung mit einem humorlosen Volley zum 1:0 ab. Erste Chance, erstes Tor. Der xG‑Wert war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Wallung geraten. Kurz darauf trat Kazanci mit Wut im Bauch zum Freistoß aus rund 18 Metern an. Mit unnachahmlicher Schusstechnik war der Ball so genial getreten, dass es um wenige Millimeter der perfekte Freistoß war. Der Ball küsste kurz hintereinander Latte und Pfosten im Giebel. Nicht wenige waren kurz vorm Torjubel, aber das Runde wollte nicht ins Eckige und titschte kurz vor der Linie zurück ins Feld.

Wenige Minuten später machte es Sarp nicht weniger spektakulär, dafür aber erfolgreicher. Einen halblangen Pass aus dem zentralen Mittelfeld nahm Sarp 20 Meter vor dem Tor mit dem Rücken zum Kasten so intelligent an, dass er sich mit diesem ersten Kontakt direkt um seinen Abwehrspieler drehen konnte. Der Pulheimer Gegenspieler wusste noch gar nicht, was geschehen war, da konnte Sarp mit seiner berüchtigten linken, schlacksigen Klebe den Ball platziert im Tor unterbringen. So kannte man Dennis Sarp über Jahrzehnte – das war Prime‑Sarp im wichtigen Finalspiel. Allzu lange freuen konnten sich die Grün‑Weißen (äh, Himmelblauen) über den Ausgleich nicht. Der Torschütze zum 1:0 kam rund 20 Meter vor Kühlborns Kasten verdeckt zum Abschluss, abgefälscht landete der stramme Schuss im Tor. Wieder ohne jegliche Drangphase, relativ überraschend. Noch überraschender kam Sarp zu seinem Doppelpack: Ein Fehlpass landete 30 Meter vor dem leeren Pulheimer Tor beim Schlagzeuger Sarp, der vor seiner Family extra motiviert zum zweiten Mal jubeln konnte. Nach dem 2:2 waren beide Abwehrreihen etwas besser strukturiert und die Angreifer beider Teams weitestgehend unter Kontrolle. Großchancen waren zu diesem Zeitpunkt Mangelware. Robuste Einsätze von Zeller und Kazanci und gute Abwehrarbeit von Stoll sind an dieser Stelle exemplarisch hervorzuheben.

Zum finalentscheidenden Spielzug wurde ein Ballverlust im Spielaufbau von Claudio Kahlhoff. Kayser ergatterte im Forechecking den Ball, ging die rechte Linie entlang und legte in den Rückraum auf Marcel Schall, der wiederum gedankenschnell in der Box Sarp bediente. Dennis Sarp markierte aus der Drehung in Gerd‑Müller‑Manier seinen dritten Treffer – für seine zwei Kids und seine Frau am Spielfeldrand je ein Geschenk zur Feier des Tages. Einwechselspieler Kayser und Schall (beide nach langer Verletzungspause wieder aktiv) sind nur ein Teil der sehr starken Brauweiler Bank, die mit Klempnow, Perschmann, Stoll, Cardakli und Tarakci durch ihre Tiefe ohne große Qualitätsverluste ein Gamechanger im Finale waren – neben Gamechanger Sarp plus Stammformation. Die letzten Minuten wurden tatsächlich nochmal zur Zitterpartie. Brauweiler verpasste es, das Spiel souverän zu gestalten, ließ sich vom Druck der Pulheimer stressen. Angepeitscht von ein paar Kindern, die durch ihre Fangesänge verbunden mit trommelndem Rhythmus der Banden (eigentlich Sarps Kernkompetenz) tatsächlich Energie in die Beine der Pulheimer bringen konnten, bäumte sich der PSC letztmalig auf. Das Mittel der Wahl waren lange Bälle in den Strafraum. Kühlborn bewies seine Klasse, indem er in drei Aktionen seine Strafraumbeherrschung unter Beweis stellte.

Dann der Schlusspfiff. Brauweiler besiegt endlich Pulheim und kann den Kreismeisterpokal in die Höhe strecken (Bild).